Wie Klagenfurt zu meiner neuen Heimat wurde
Ich bin in Amlach bei Lienz in Osttirol aufgewachsen. Meine Heimat, die Berge und die Natur haben mir immer viel bedeutet. Trotzdem wollte ich nach der Matura einmal etwas anderes sehen und es zog mich zunächst in die Großstadt. Für meinen Zivildienst beim Grünen Kreuz ging ich nach Wien und arbeitete dort im Rettungsdienst. Ich habe die Zeit in Wien sehr geschätzt, aber auch ziemlich schnell gemerkt, dass mir etwas fehlt. Vor allem die Natur, die Berge und dieses Gefühl, schnell aus der Stadt draußen zu sein.
Als ich für mein Studium Wirtschaft & Recht nach Klagenfurt gezogen bin, war der Plan eigentlich recht einfach: Hier wollte ich meine Ausbildung machen. Dass ich mich so schnell zuhause fühlen würde, hatte ich damals nicht erwartet. Heute ist Klagenfurt für mich viel mehr als mein Studienort. Meine Freundin und ich haben für uns entschieden, dass wir auch nach dem Studium gerne hierbleiben und uns hier unsere Zukunft aufbauen möchten. Klagenfurt ist für mich zu einer neuen Heimat geworden.
Warum ich Politik mache
Mein Interesse an Politik hat nicht mit einer Partei begonnen. Eigentlich hat das schon viel früher und im ganz Kleinen angefangen.
Bereits in der Schule hat es mich beschäftigt, wenn Freunde oder Mitschüler ein Problem hatten, sich ungerecht behandelt fühlten, sich aber selbst nicht trauten, etwas zu sagen. Ich wollte dann oft derjenige sein, der zuhört, vermittelt oder das Problem anspricht. Als Klassensprecher und später in der Schülervertretung habe ich zum ersten Mal wirklich erlebt, was Vertretungsarbeit bewirken kann. Ich habe Ausflüge organisiert, während des Homeschoolings Probleme angesprochen und Gespräche mit Lehrkräften geführt, wenn sich andere das selbst nicht zugetraut haben.
Ich habe damals oft gehört: „Wozu brauchen wir überhaupt einen Klassensprecher oder einen Schulsprecher? Der kann doch eh nichts ändern.“ Meine Erfahrung war eine andere. Wenn man so eine Funktion ernst nimmt, zuhört und bereit ist, sich einzusetzen, kann man sehr wohl etwas bewirken.
Vertretung ist kein Titel. Sie ist eine Aufgabe.
Vielleicht ist es auch kein Zufall, dass ich mich später für ein Studium im Bereich Wirtschaft & Recht entschieden habe. Dieser Wunsch, Dinge verstehen zu wollen und für andere einzustehen, begleitet mich jedenfalls schon ziemlich lange.
Was mich heute an Politik besonders stört, ist diese Resignation, die man so oft hört. „Die sind doch alle gleich.“ „Es ändert sich sowieso nichts.“ Oder ganz einfach: „Es ist eh egal, wen ich wähle.“
Nein, es ist nicht egal.
Die Nationalratswahl 2024 war für mich der Moment, an dem ich beschlossen habe, nicht mehr nur über Politik zu reden. Ich wollte mich selbst einbringen. Wenn mir eine offene, liberale und zukunftsorientierte Politik wichtig ist, dann muss ich auch bereit sein, etwas dafür zu tun. So bin ich zu JUNOS und NEOS gekommen und mittlerweile auch in der parlamentarischen Arbeit tätig.
Dabei bilde ich mir nicht ein, mit Anfang 20 schon auf alles eine Antwort zu haben. Politik ist für mich genauso ein Lernprozess. Aber ich glaube, gerade deshalb ist es wichtig, dass sich auch junge Menschen einbringen, ihre Sichtweisen vertreten und bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Für mich bedeutet Politik vor allem, zuzuhören, Probleme offen anzusprechen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Besonders wichtig ist mir, dass auch jene Menschen gehört werden, die ihre Anliegen vielleicht nicht so laut vertreten können.
Was ich in Klagenfurt selbst erlebt habe
Unsere erste Wohnung in Klagenfurt lag im Norden der Stadt nahe der Schleppekurve. Nach Wien war sie für uns eigentlich ein Traum: ruhig, grün und sehr naturnah. Mit dem Auto war ich trotzdem in ungefähr zwölf Minuten an der Universität. Ich bin damals davon ausgegangen, dass ich im Alltag ohnehin meistens mit dem Bus oder dem Rad fahren würde.
In der Praxis war das oft schwieriger als gedacht. Mit dem Bus war ich teilweise mehr als doppelt so lange unterwegs. Bei meiner Freundin auf dem Weg zur Pädagogischen Hochschule war der Unterschied teilweise noch größer. Mit dem Rad fehlte mir wiederum auf meinem täglichen Weg eine durchgehende Strecke, auf der ich mich wirklich sicher und zügig bewegen konnte. Irgendwann war das für uns mit ein Grund, näher zu unseren Ausbildungsstätten zu ziehen.
Und dann kam die Wohnungssuche. Obwohl wir uns eine Wohnung leisten konnten, haben wir monatelang gesucht. Oft bekamen wir gar keine Rückmeldung und als Studierende hatten wir immer wieder das Gefühl, von Anfang an schlechtere Chancen zu haben. Selbst bei unserer jetzigen Wohnung hat es am Ende noch eine zusätzliche Bürgschaft gebraucht.
Das sind vielleicht nicht die Probleme, bei denen morgen die Welt untergeht. Aber es sind genau diese Dinge, die man jeden Tag spürt. Sie entscheiden mit darüber, wie gerne man in einer Stadt lebt und ob man sich vorstellen kann, dort langfristig zu bleiben.
Was ich mir für Klagenfurt wünsche
Ich möchte, dass junge Menschen nicht nur nach Klagenfurt kommen, um hier ein paar Jahre zu studieren und danach wieder wegzuziehen.
Ich möchte, dass sie sich ganz bewusst für Klagenfurt entscheiden. Zum Studieren, zum Arbeiten, zum Leben und irgendwann vielleicht auch, um hier eine Familie zu gründen.
Wenn man sich anschaut, was rund um die Universität und den Lakeside Park bereits entstanden ist, sieht man, welches Potenzial Klagenfurt hat. Genau dort kommen Ausbildung, Forschung und Arbeitsplätze zusammen. Der SeeCampus geht für mich deshalb in genau die richtige Richtung. Studentisches Wohnen, Gastronomie, Geschäfte und Orte zum Zusammenkommen können aus diesem Gebiet einen richtigen, lebendigen Stadtteil machen.
Die Universität sollte für mich aber auch stärker Teil der ganzen Stadt werden. Zu einer attraktiven Universitätsstadt gehören leistbares Wohnen und gute Ausbildung genauso wie funktionierende Öffis, sichere Radwege, Freizeitangebote, Gastronomie, Veranstaltungen und ein Nachtleben, das auch für junge Menschen etwas bietet.
Gleichzeitig wünsche ich mir wieder mehr Leben in der Innenstadt. Klagenfurt hat wunderschöne Plätze, aber eben auch Leerstände und Bereiche wie die Bahnhofstraße, bei denen noch viel Potenzial vorhanden ist. Ich würde Fußgänger- und Begegnungszonen gerne weiterentwickeln und Orte schaffen, an denen man sich gerne aufhält, egal ob zum Einkaufen, Essen, Ausgehen oder einfach um Zeit in der Stadt zu verbringen.
Und auch bei der Mobilität geht es mir nicht darum, das Auto schlechtzureden. Ich habe selbst eines. Ich möchte nur, dass man im Alltag eine echte Wahl hat. Ein Bus hilft wenig, wenn der Anschluss nicht funktioniert und aus einer kurzen Strecke plötzlich eine halbe Stunde oder mehr wird. Und ein Radweg sollte so gestaltet sein, dass sich dort nicht nur geübte Radfahrer wohlfühlen, sondern auch Familien mit Kindern.
Warum ich kandidiere
Mir ist vollkommen klar, dass man all das nicht innerhalb weniger Monate oder einer einzigen Gemeinderatsperiode umsetzen kann. Gerade bei der finanziellen Situation Klagenfurts muss man ehrlich sein und Prioritäten setzen. Ich möchte deshalb auch keine Wunder versprechen.
Was ich aber sehr wohl versprechen kann, ist, dass ich eine Vorstellung davon habe, wohin sich Klagenfurt entwickeln sollte, und dass ich bereit bin, dafür zu arbeiten.
Ich glaube an Klagenfurt. Nicht weil hier heute alles perfekt läuft, sondern weil diese Stadt unglaublich viel Potenzial hat. Vielleicht sehe ich das auch deshalb so deutlich, weil ich nicht hier aufgewachsen bin, sondern mich ganz bewusst dafür entschieden habe, hier zu leben.
Deshalb kandidiere ich für die NEOS-Vorwahl zur Klagenfurter Gemeinderatswahl 2027. Ich möchte zuhören, Verantwortung übernehmen und dort anpacken, wo Dinge besser funktionieren können. Und ich möchte dazu beitragen, dass künftig noch mehr Menschen von Klagenfurt sagen: Hier möchte ich studieren. Hier möchte ich arbeiten. Hier möchte ich leben. Und hier möchte ich bleiben.
Denn eines habe ich schon als Klassensprecher gelernt und daran glaube ich bis heute: Es ist nicht egal, wer Verantwortung übernimmt. Und es ist nie egal, ob wir versuchen, etwas zu verändern.
Unterstützung bei parlamentarischer Arbeit und Wahlkreisarbeit sowie bei Recherche, Terminorganisation und politischer Kommunikation.
Organisation und Koordination der laufenden Arbeit von JUNOS Kärnten sowie Mitwirkung an politischen Projekten, Veranstaltungen und der Arbeit des Landesvorstands.
Vertretung der Studierenden in der Universitätsvertretung und Mitwirkung an der hochschulpolitischen Arbeit an der Universität Klagenfurt.
Zivildienst in der Notfallrettung in Zusammenarbeit mit der Berufsrettung Wien (MA 70).