Lukas Lerchner

Macht braucht Kontrolle

Lukas Lerchner

Macht braucht Kontrolle

Das Ringen um Positionen und Überzeugungen ist einer der Hauptgründe, wieso ich mich bei NEOS engagiere. Ideale brauchen wir, um uns selbst treu zu bleiben und nicht in den Sumpf der Altparteien zu fallen.

Deswegen haben wir unsere Organisation mit Checks and Balances designt: erstens die finanzielle Transparenz, um Korruption vorzubeugen, zweitens die Amtszeitbeschränkung, um Versteinerung der politischen Akteure zu verhindern und drittens ein Erweiterter Vorstand, der die Führungsriege unserer Bewegung kontrolliert und strategische Entscheidungen auf mehr als sieben Köpfe verteilt.

Seit 2014 bin ich Mitglied des Erweiterten Vorstandes und gerade in solch bewegten Zeiten ist Kontinuität wichtig.

Als ehemaliges Mitglied des steirischen Landesteams kenne ich unsere Probleme in den Flächenbundesländern und weiß, wie schwierig dort ein kontinuierlicher Mitgliederaufbau ist. Auch ist mir bewusst, wie weit weg “die Wiener Politik” manchmal erscheint. Als ehemaliger Mitarbeiter des Nationalratsklubs, des Labs und im Team Griss weiß ich aber auch um die Fallstricke der Bundespolitik.

Wir werden in den nächsten Jahren harte und kontroversielle Entscheidungen treffen müssen: Seien es Wahlbündnisse, sei es die generelle Ausrichtung, sei es die Frage, wie viel von uns selbst in einer potentiellen Regierungsbeteiligung stecken muss. Dafür braucht es einen Erweiterten Vorstand, der sich selbst als Kontrollorgan des Vorstands versteht. Dafür braucht es Personen, die auch dazu bereit sind, in Auseinandersetzungen zu gehen.

Es ist nicht angenehm, die kritischen Fragen in einem Gremium zu stellen, aber notwendig. In dem Moment, wo der EV zu einem Abnickgremium des Vorstands wird, hat unsere Bewegung an Lebendigkeit verloren. Es ist nicht angenehm, gegen Vorstand und gegen Vorsitzende zu diskutieren, aber notwendig, wenn man die Überzeugung hat, dass etwas nicht richtig läuft. Ich strebe kein bundespolitisches Mandat an und kann deshalb ohne Rücksicht zu nehmen für unsere Ideale kämpfen. Bin ich angenehm in diesem Gremium? Sicher nicht, aber es ist meine Aufgabe, den operativen Vorstand auf die Einhaltung unserer Ideale zu prüfen und wenn das nicht erfüllt werden kann, auch entsprechende Diskussionen zu führen.

Es braucht eine Kontrollinstanz, die bereit dafür ist, auch Konflikte auszuleben. Mit eurer Unterstützung möchte ich mich im EV weiterhin dafür einsetzen.


Lebenslauf

Mein politisches Engagement begann 2009 als Mitgründer des Landesverbandes Steiermark der Jungen Liberalen (JuLis) und als Wahlkampfleiter der JuLis bei den ÖH-Wahlen an den Grazer Universitäten.
Ich war seitdem auf unterschiedlichen Ebenen der Österreichischen HochschülerInnenschaft aktiv, unter anderem als Vorsitzender der Fakultätsvertretung Geisteswissenschaften sowie als Chefredakteur des GeWitter-Magazins.

Von 2011 bis 2015 war ich Vorsitzender der Jungen Liberalen der Steiermark und seit Sommer 2012 bin ich für die NEOS in der Steiermark aktiv – u. a. als Mitglied des Erweiterten NEOS-Vorstands und von 2012 bis 2017 auch als Mitglied des Landesteams.

Da mir intellektueller Austausch und Redefreiheit große Anliegen sind, organisierte ich 2011 die erste österreichweite Debattiermeisterschaft in Graz. Dabei konnten sich erstmals österreichische Studierende gegenseitig in der Kunst der Argumentation und Rhetorik miteinander messen.

Bis 2013 war ich am Arbeitsbereich Praktische Philosophie des Instituts für Philosophie als Studienassistent tätig und war davor Projektmitarbeiter bei einem Demokratie-Forschungsinstitut sowie beim European Training and Research Center for Human Rights and Democracy meiner Universität.

Nach dem Einzug der NEOS in den Nationalrat wurde ich Parlamentarischer Mitarbeiter des NEOS-Abgeordneten Christoph Vavrik. Von November 2014 bis März 2015 war ich als Leiter der Programmentwicklung im NEOS Lab für die Koordination und Weiterentwicklung unseres Bundesprogramms zuständig.

Zwischen März und Mai 2015 hatte ich die Ehre, als Nummer zwei auf der steirischen Landtagsliste und Teil des steirischen Wahlkampfteams für den Einzug der NEOS in den Landtag zu kämpfen. Anschließend war ich im Sommer und Herbst im NEOS-Wien-Wahlkampfteam, wo ich für Inhalte und Strategie mitverantwortlich war.

Im Winter 2015 bis Sommer 2016 entschied ich mich nach persönlichem Kontakt mit Irmgard Griss dazu, Teil ihres Wahlkampfteams zu werden. Ich war in ihrem Team zuerst für die Unterstützungserklärungen (12.000 UEs – mit dieser Zahl wurde Geschichte geschrieben) und zusätzlich zur Mobilisierung auch im strategischen und inhaltlichen Bereich tätig. Bei unserem Versuch, eine unabhängige Bürgerin zur Präsidentin zu machen, wurde mit 18,9 % der Stimmen ein unglaublicher Erfolg erzielt.

Ab Herbst 2016 bis zum Frühling 2017 kümmerte ich mich um die Programmentwicklung für den Gemeinderatswahlkampf der NEOS in Graz. Dabei konnten wir mit unserem innovativen Programm einen Erfolg verbuchen und zogen als erste neue politische Kraft sowohl in den Grazer Gemeinderat als auch in zwei Bezirksvertretungen ein.

Der Herbst 2017 und der Mai 2019 waren durch einige Sonnenbrände vom Wahlkampfstand und unzählige (Schul-)Diskussionen geprägt; gerade dieser direkte Kontakt mit den Bürgerinnen und Bürgern macht meines Erachtens unsere Bewegung aus. Außerdem hatte ich das Privileg, als einziger Nicht-Mandatar im Programmkomitee für die EU-Wahl zu sein.

Nach dieser Wahl ging es Schlag auf Schlag, zuerst das Wahlkämpfen für die Nationalratswahl und anschließend wieder vorgezogene Neuwahlen in der Steiermark. Wieder im Wahlkampfteam, wieder Programmatik – diesmal klappte der Einzug in den Landtag mit Klubstatus. Seit Dezember 2019 bin ich im Landtagsklub der steirischen NEOS dafür verantwortlich, dass wir mit unseren Ideen und Vorstellungen die Steiermark moderner, freier und liberaler gestalten.

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