Peter Berry

"Zur Freiheit gehören die Krisen der Freiheit" - Dahrendorf

Peter Berry

"Zur Freiheit gehören die Krisen der Freiheit" - Dahrendorf

Seit sechs Jahren bin ich nun in der einen oder anderen Funktion Teil der NEOS Familie. Der Schritt in die Parteipolitik war kein leichter, vor allem als Nicht-Österreicher. Als überzeugter Liberaler fand ich aber bei NEOS sehr schnell meinen Platz. Ich fühle mich bereit, weitere Verantwortung für unsere Bewegung als Mitglied des Erweiterten Vorstands zu übernehmen.

Was ist mir wichtig?

Das Wachstum und die Fortschritte, die wir als Partei über die letzten Jahre gemacht haben, beeindrucken mich jeden Tag aufs Neue. Wir müssen aber immer unseren Blick nach vorne richten, um uns weiterzuentwickeln und bereit für neue Herausforderungen zu sein. In diesem Sinne habe ich sowohl strukturell als auch inhaltlich einige Prioritäten:

Unsere Stärke sind unsere Mitglieder. Es ist unerlässlich, dass jeder und jede sich bei uns niederschwellig einbringen kann. Dafür muss der Kontakt zwischen der Basis und den Mandats- und Funktionsträger_innen stark sein. Gerade während der Pandemie war dies eine besondere Herausforderung. In den kommenden Monaten und Jahren gilt es daher, verstärkt auf diese Verschränkung zu achten und neue Möglichkeiten der Partizipation zu schaffen.

Die Pandemie hat uns vor Augen geführt, wie fragil und bedeutsam die Freiheit ist. Es gibt abseits dessen aber auch andere aktuelle Bedrohungen, die nachhaltiger unser liberales Fundament gefährden. Wir müssen uns erneut gegen linke und rechte Identitätspolitik wappnen, die uns nicht zuerst als Individuen behandelt, sondern als Mitglieder einer bestimmten Gruppe. Die schwierige post-COVID wirtschaftliche Lage dürfen wir nicht als Anlass für neue staatliche Eingriffe oder Steuern nehmen. Der Kampf gegen den Klimawandel darf nicht einfach zu einem Mehr an Verboten und Regulierung führen, sondern muss vor allem mit Innovation und dem klugen Einsatz von Marktmechanismen bestritten werden. Wahrgenommene Mängel in der Pandemiebekämpfung dürfen das Vertrauen in die europäischen Institutionen nicht zerstören, während andere globale Wirtschaftsmächte viel schneller als wir wachsen.

Warum ich?

Ich durfte über die letzten sechs Jahre die Partei aus unterschiedlichsten Blickwinkeln kennen lernen. Zuerst war ich Aktivist im Wiener Wahlkampf 2015, ein Jahr später bin ich in den Wiener Landesvorstand der JUNOS gewählt worden. 2018 wurde ich JUNOS Bundesprogrammatiker, eine Rolle, die ich letzten Herbst verließ. Ebenfalls 2018 fing ich im Wiener Rathausklub als Programmkoordinator an und leitete den partizipativen Programmprozess „Chance 2020“. 2019 wagte ich mich als noch-EU-Staatsbürger das erste Mal selbst auf die politische Bühne als Kandidat zum Europäischen Parlament. Nun bin ich in Wien als Fach- und Bezirkereferent tätig – eine Rolle, in der ich täglichen Kontakt mit der Basis genieße.

Durch diese Erfahrungen bin ich mit zahllosen Aktivist_innen auf den unterschiedlichsten Ebenen und NEOS Entitäten in Kontakt gekommen. Ich durfte als Fremder ganz Österreich, seine Bevölkerung und seine politische Kultur durch die Augen des Wahlkampfs (von dem es in den letzten Jahren mehr als genug gab!) kennen lernen.

Wer mich kennt, weiß, dass ich keine Scheu davor habe, meine Meinung kundzutun. Ich höre aber immer zu und bin bereit, meine Ansicht bei ausreichender Argumentation zu ändern. Genau mit dieser Einstellung möchte ich in den EV gehen – offen für Neues, aber nie von meinen Werten abweichend.

Für diejenigen, die mich noch nicht kennen, gibt es ein "lustiges" Video aus der Europawahl 2019. Videos selber produzieren gehört leider nicht zu meinen Stärken.

Ich freue mich sehr auf eure Fragen im Online-Dialog und hoffe auf eure Unterstützung!

Liberale Grüße

Peter



Lebenslauf

Berufliches:

Seit Dezember 2020 - Fach- und Bezirkereferent im Wiener Rathausklub
Juli 2020 - November 2020 - Fachreferent im Wiener Wahlkampfteam und in den Koalitionsverhandlungen
Jänner 2020 - Mai 2020 - Copyright Advisor, epicenter.works
September 2018 - Dezember 2019 - Programmkoordinator "Chance 2020"
2016-2018 - Fellow bei Teach for Austria / Lehrer in einer Wiener Neuen Mittelschule
2015-2016 - Konsular- und Kulturreferent, irische Botschaft in Wien
2014-2015 - Praktikant, Policy Officer, ICAN Austria (Internationale Kampagne zur Abschaffung von Nuklearwaffen)
2014 - Veranstaltungsassistent, Europäisches Forum Alpbach

Ausbildung:
2013-2014 - Diplomlehrgang der Diplomatischen Akademie Wien
2009-2013 - BA Philosophie und Germanistik, University of Oxford


Beantwortete Fragen

Servus Peter!

2014 war die Sache offenbar noch klar:
"Allerdings gibt es noch eine Partei, die sich gegen Quoten ausspricht. Für die Neos, die mit Beate Meinl-Reisinger an der Spitze in die Wien-Wahl gehen, sind Quoten mit einer liberalen Partei unvereinbar. (...)" - Quelle: https://www.diepresse.com/4624579/gleichberechtigung-eine-wien-wahl-mit-frauenquote

2021 gab es parteiintern eine intensiv geführte Diskussion, ob die freie Mitglieder-(Vor-)Wahl im Rahmen der Wahllistenerstellung dahingehend einzuschränken sei, dass jedes Mitglied bei der Abgabe der Stimme/Punktevergabe für ein ausgewogenes Verhältnis der Geschlechter zu sorgen hat, damit die Stimmenabgabe auch gültig ist.

Meine Frage: Befürwortest du Quoten-Vorschriften bei internen Vorwahlen?


P.S.: Diese Frage stelle ich allen Kandidaten - unabhängig davon ob ich ihre Antwort bereits zu kennen glaube oder nicht, sodass jeder die Möglichkeit hat hierzu Stellung zu beziehen. :) — Markus F.
Servus Peter!

Die "Asyl- bzw. illeg. Migration"-Thematik ist spätestens seit 2015 ein Thema das viele im Land aber auch in der Partei bewegt. Aus diesem Grund würde ich diese Frage auch hier gerne beantwortet wissen, da der EV auch entsprechenden Einfluss auf künftige Wahllisten bzw. Kandidatenauswahl haben wird.

2017 wurde seitens M. Strolz der Vorschlag gemacht, dass Menschen die im Mittelmeer gerettet werden in Aufnahmelager nach Nordafrika gebracht werden sollen. Quelle: https://www.diepresse.com/5257697/strolz-eu-soll-land-in-afrika-pachten

2021 scheint diese Idee in Österreich bzw. bei NEOS eher in Vergessenheit geraten zu sein. In Dänemark dürfte dieser Vorschlag hingegen auf fruchtbaren Boden gefallen sein. Neben diesem einzelnen Vorschlag scheint die dänische Regierung in Asylfragen generell neue Wege beschreiten zu wollen.

Da das Thema äußerst komplex und vielschichtig ist, möchte ich die sie anhand des Beispiels Dänemark stellen:
"Wenn du dich mit dem neuen Kurs der akt. dänischen sozialdemokratischen Regierung in Sachen Asylwesen auseinandersetzt: Was ist deine Meinung zu den in letzter Zeit präsentierten Plänen der dänischen Regierung?" — Markus F.
Servus Peter!

Das ist meine dritte und voraussichtlich letzte Frage an die Kandidaten dieser Wahl:

Wenn du an die Zukunft von NEOS denkst, wo/wie sollte sich NEOS am besten positionieren und welche Rolle soll ihr in der österreichischen Parteienlandschaft zukommen?

Vielen Dank und lieben Gruß! — Markus F.
8% aller Österreicher leben im Ausland, aber es gibt keinen einzigen Auslandsösterreicher-Abgeordneten. Deswegen fordert NEOS einen Wahlkreis für Auslandsösterreicher. Um Kandidaten und Wähler zu mobilisieren, damit die Stimme von Auslandsösterreichern gleich viel Wert ist wie von allen anderen, und um unser Ziel von "Auslandsösterreicher ins Parlament" zu erreichen, schlagen wir eine "symbolische" Landesliste für NEOS X vor. Unterstützt du den Vorschlag? Wenn nein, wie sollen wir Auslandsösterreicher sonst ins Parlament bringen? — Martin Wallner (NEOS X Landessprecher)