Isak Schneider

LISTEN. THINK. ACT.

Isak Schneider

LISTEN. THINK. ACT.

Er ist die liberale Rebbetzin* von Luxemburg, hat seit fast zwanzig Jahren eine Kommunikationsagentur mit Sitz in Berlin und ist durch und durch Europäer. Jetzt kann er nicht mehr dabei zuschauen, wie seine Lebensrealität mehr und mehr in Gefahr gerät und will es noch einmal wissen.

Was begeistert mich an NEOS?
Mich begeistert, dass NEOS eine Bürger_innenbewegung ist, die vom gemeinsamen Engagement vieler einzelner Bürger_innen getragen wird und nicht auf einem über Jahrzehnte institutionalisierten Parteiapparat aufbaut. Dass einfachen Bürger_innen wie mir die Möglichkeit gegeben wird, sich in einem transparenten Verfahren für einen Listenplatz bei einer Wahl zu bewerben, begeistert mich.

Was ist mein politisches Anliegen?
Ich glaube fest daran, dass eine liberale, offene Gesellschaft dann funktioniert, wenn möglichst viele Bürger_innen Politik als persönliche Verantwortung begreifen und sich in die Politik, also ihre eigenen Angelegenheiten, einmischen. Daher wäre es mein politisches Anliegen, mich aktiv mit NEOS-Mitgliedern und engagierten Bürger_innen auszutauschen, deren Interessen im demokratischen Prozess zu vertreten und ihnen laufend von meinen Aktivitäten zu berichten.

Als MEP würde ich mich zuerst welchen Themenbereichen widmen?
Ich bin seit zwanzig Jahren Unternehmer und habe daher persönliches Interesse an all jenen Themen, die alle Unternehmer_innen und Selbständigen interessieren: Steuerrecht, Wettbewerbsrecht etc. Als Kommunikationsberater bin ich es gewohnt, mich für meine Kunden in kurzer Zeit in ein Dossier/eine Branche/ein Thema einzuarbeiten. Daher würde ich mich bei meiner Schwerpunktsetzung thematisch an den Beschlüssen der NEOS-Mitgliederversammlung orientieren.

Warum habe ich mich entschlossen, politisch aktiv zu werden?
Wie viele von uns mache auch ich mir zunehmend Sorgen um Politik und Gesellschaft in Österreich, Europa und der Welt. Als schwuler Jude erlebe ich selbst immer häufiger, dass die offene, liberale Gesellschaft auch im Alltag in Gefahr gerät. Deshalb bin ich jetzt dazu bereit, meinen Beitrag zu leisten. Ich bin davon überzeugt, dass mir meine mehr als zwanzig Jahre Erfahrung als LGBTI-Aktivist, Unternehmer und Kommunikationsberater dabei helfen können.

Was macht mich zum idealen Kandidaten?
Mein vielfältiger kultureller (Österreich, Dänemark, Schweden, Persien) und konfessioneller (Protestanten, Katholiken, Muslime, Juden) Hintergrund sowie meine Arbeit als Kommunikationsberater helfen mir dabei, im Umgang miteinander Hindernisse zu überwinden und Gemeinsamkeiten zu finden. Als Rebbetzin* bin ich es gewohnt, Menschen zuzuhören und auf sie einzugehen. Ob ich ein idealer Kandidat bin, weiß ich nicht. Ich bin ein Mensch.

Wieviel Zeit werde ich in den Wahlkampf (ab heute) investieren?
Ich habe mir die Entscheidung zu kandidieren keineswegs leicht gemacht und bin mir der Konsequenzen bewusst. Daher bin ich dazu bereit und in der Lage, meine berufliche Tätigkeit ab sofort weitestgehend einzustellen und mich bis zum Wahltag ganz und gar auf den Wahlkampf zu konzentrieren.

Folgenden konkreten Beitrag bin ich bereit zum Erreichen des Wahlziels zu leisten?
Als Quereinsteiger und Außenseiter ist mir klar, dass ich vieles nicht weiß, was Mitglieder, Mitarbeiter_innen und Mandatar_innen von NEOS längst wissen. Daher will ich mich einerseits ganz darauf konzentrieren, mich mit möglichst vielen der Genannten zu treffen und von ihnen zu lernen und andererseits möglichst viele Bürger_innen von NEOS zu überzeugen.

In welchen politischen Organisationen war ich bisher aktiv? Mein politischer Hintergrund?
Ich verstehe mich seit meiner Jugend als politisch. Im Rahmen meiner (ehrenamtlichen) Tätigkeiten in österreichischen, deutschen und internationalen Vereinen und NGOs engagiere ich mich seit 22 Jahren politisch für die Gleichstellung und gegen die Diskriminierung von LGBTI-Menschen. Parteipolitisch war ich seit seiner Gründung bis 2002 Sympathisant und Wähler des LIF. Im Jahr 2003 war ich als parlamentarischer Mitarbeiter (SPÖ) tätig und von 2003 bis 2013 Mitglied der SPÖ.

Ich kenne und teile die Werte und Kernanliegen von NEOS. Dieses Kernanliegen bei NEOS ist mir besonders wichtig...
Freiheit und Verantwortung. Oder auch: Verantwortung und Freiheit. In der Bürger_innenrepublik müssen wir alle mehr Verantwortung für uns selbst und unsere Gesellschaft übernehmen, um unsere Freiheit zu bewahren, weiterzuentwickeln und auszubauen. Das zu vermitteln, ist aus meiner Sicht eine besonders wichtige Aufgabe von NEOS.
Und: Europa! Eh klar.

Rebbetzin* ist die traditionelle Bezeichnung der Ehefrau eines Rabbiners.



Lebenslauf

Berufserfahrung

05/2018– Berlin, Wien, Luxemburg
Publicom GmbH | Gesellschafter
Neuausrichtung des Geschäftsmodells; geplante Standorte: Berlin, Wien, Luxemburg; Relaunch: Q3/2019

09/2003–05/2015 Berlin
Publicom GmbH | Geschäftsführender Gesellschafter
Geschäftsführung, Ausbau der Agentur zum europäischen Marktführer, verantwortlich für Publikationen (Auflage 200.000) und Strategieberatung von Kunden; Personalführung

05/2012–11/2014 Berlin
Berliner Christopher Street Day e.V. | Public Affairs & Corporate Sponsorship
Teamleiter Politik und Menschenrechte; Teamleiter Sponsoring

05/2012–03/2013 Berlin
Gastronomische Gesellschaft Schöneberg mbH | Geschäftsführender Gesellschafter
Konzeption und Aufbau des auf das Thema Menschenrechte fokussierten Kaffeehauses „Stolz & Vorurteil“

02/2003–06/2003 Wien
Abg. z. NR Josef Cap | Parlamentarischer Mitarbeiter
Mitarbeit in sozialdemokratischem Think-Tank Zukunfts- und Kulturwerkstätte, unter anderem verantwortlich für die Veranstaltungsreihe Journalist Lectures

12/2001–01/2003 Wien, Berlin
Publicom GmbH | Mitglied der Geschäftsleitung, Gesellschafter
Geschäftsleitung, verantwortlich für Publikationen und Strategieberatung

09/1998–06/2001 Wien
Publicom Kastl KEG | Mitglied der Geschäftsleitung, Kommanditist
Mitgründung einer auf die Zielgruppe LGBTI spezialisierten Kommunikations- und Marketingagentur, verantwortlich für Publikationen und Pressebetreuung, Herausgabe eines Magazins mit einer österreichweiten Auflage von 20.000.

Ausbildung

1998 – 2003 Studium BWL WU Wien (ohne Abschluss)
1994 – 1998 Studium VWL, Medizin, Rechtswissenschaften (ohne Abschluss)
1986 – 1994 AHS BG XVIII Matura (mit ausgezeichnetem Erfolg)

Sprachen

Dänisch – Zweite Muttersprache
Englisch – Sehr gut in Wort und Schrift
Französisch – Gut in Wort und Schrift

Mitgliedschaften (Auszug)

Liberale Jüdische Gemeinde von Luxemburg
Rosa Lëtzebuerg

Interessen

Politik und Wirtschaft
Kapitalmarkt
LGBTI-Bewegung


Beantwortete Fragen

Wo Menschen zusammenarbeiten, miteinander etwas bewirken wollen, da gibt es immer auch Konflikte. Diese sind weder gut noch schlecht. Es kommt vielmehr darauf an, wie man mit ihnen umgeht. Ob es gelingt, sie in positive Energie zu übersetzen. Mitunter lassen sich Konflikte aber auch nicht lösen. Daher meine Frage: Im Falle eines unüberbrückbaren internen Konflikts, würdest du als „wilder Abgeordneter“ weitermachen, oder das Mandat zurücklegen und dem oder der nächsten auf der Liste die Aufgabe übergeben? — Michael Schiebel
Welchen Song von Taylor Swift magst du am liebsten bzw. spiegelt dich als Politiker wider? — Hans
Hallo Isak,

Du klingst sehr europäisch :)
Was macht Europa für dich aus? Wie sieht das Europa aus, das du gestalten willst? — Sonja
Stichwort "gemeinsame Verteidigungspolitik" bzw. EU-Armee.
In Zusammenhang mit dieser zukunftsträchtigen Idee, folgende Frage:

Hältst du in Zukunft, unter dem Gesichtspunkt einer stärkeren gemeinsamen EU-Außen- und -Verteidigungspolitik, eine EU-Mitgliedschaft mit einer gleichzeitigen NATO-Mitgliedschaft noch für vereinbar?

Besteht hierbei z.B. nicht das Risiko, dass eine mögliche EU-Armee (bspw. aufgrund von NATO-Interessen) instrumentalisiert werden könnte und sich eines Tages österreichische Soldaten in Konflikten außerhalb europäischen Bodens wiederfinden, die eher einer militärischen Interventions/Angriffs- als einer tatsächlichen Verteidigungsoperation entsprechen?

Zweite Frage:
Wie bewertest du den Ukraine-Russland-Konflikt, vor allem in der Frage um die Krim, und wie sollte sich die EU in diesem Konflikt gegenüber Russland und der Ukraine verhalten? — Markus
Du sagst, dass Du Jude bist und mit einem Rabbiner verheiratet. Daher drängt sich für mich die buchstäbliche Gretchenfrage auf: Nun sag, wie hast du’s mit der Religion? — Maria