Anna Bozecski

Mit Herz, Hirn und Hausverstand!

Anna Bozecski

Bundesland: Burgenland
Kandidiert für: Weiterer Listenplatz
Vorwahl: Weitere Listenplätze

  • aktualisiert:
    14.06.2019

Anna Bozecski

Mit Herz, Hirn und Hausverstand!

www.annabozecski.at

Ich trete an.
Mit einem Ziel, das zunächst wie ein leerer Begriff klingt: Gerechtigkeit

Ich bin in die Politik gegangen, weil ich beseelt bin vom Grundsatz der Gerechtigkeit.
Als Gesellschaft, institutionalisiert in Politik und Rechtsstaat, leben wir im ständigen Bestreben, unsere individuellen Bedürfnisse und Interessen in Frieden und im fairen Miteinander auszuleben. Dass das nicht immer einfach ist, lehrt uns die Geschichte, und viele Grundsätze, die uns heute selbstverständlich und gerecht erscheinen, mussten erst hart erkämpft werden. Nicht nur im Rückblick auf frühere Zeiten, sondern auch in der Betrachtung der heutigen Zeit, erkennen wir, dass das ein nie endender Prozess ist, und wir unaufhörlich für Recht und Gerechtigkeit kämpfen müssen. Viele der bestehenden Ungerechtigkeiten sind historisch gewachsen und sind daher tief in unseren Köpfen verankert. Wir brauchen Herz, Hirn und Hausverstand, um diese althergebrachten Ideen zu hinterfragen und die Dinge vom Grundsatz der Gerechtigkeit her abzuklopfen und neu zu denken.

Ich trete bei der Nationalratswahl im September an, um die Welt in folgenden Bereichen ein Stück weit gerechter zu machen:

Umwelt

Es ist ja eigentlich ein Armutszeugnis für die österreichische Politik, dass es sie gebraucht hat. Die #fridaysforfuture. Die Jungen dieser Welt haben erkannt, dass wir in einem Zeitalter leben, in dem die Menschheit irreversible globale Veränderungen verursacht. Sie hat erkannt, dass ein Umdenken erforderlich ist, um zukünftigen Generationen die Lebensqualität von heute zu sichern. Es geht hier um Generationengerechtigkeit.

Jetzt ist an der Zeit, dass auch die Politik ihrer Aufgabe nachkommt, geeignete Rahmenbedingungen zu schaffen, um Privaten und Unternehmen ökologisch verträgliches, nachhaltiges Wirtschaften, ein gesundes Leben und eine hohe Lebensqualität zu ermöglichen, auch auf Generationen hinaus. Um nachfolgenden Generationen eine intakte Umwelt zu hinterlassen müssen Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft zusammenarbeiten. Wenn wir das Klima retten wollen, ist eine radikale Trendumkehr im Rahmen smarter und nachhaltiger Maßnahmen notwendig:

  • Eine Ökologisierung des Steuersystems in Form einer aufkommensneutralen CO2-Steuer, bei der die Verursacher von Klimaschäden für deren Beseitigung oder Verringerung in die Pflicht genommen werden – das schafft starke Anreize zu klimafreundlichen Innovationen
  • Verstärkte Investitionen in Klimaschutz und Innovationen z.B. im Bereich erneuerbarer Energien und nachhaltiger Infrastruktur
  • Verstärkte Investitionen und Forschung im Bereich Elektro-Mobilität und nachhaltiger mobiler Energiespeicher (unter Berücksichtigung der Rohstoff- und Recyclingsituation)
  • Ausbau der Infrastruktur öffentlicher Verkehrsmittel als attraktive Variante zum Auto und Ausbau der europäischen Eisenbahninfrastruktur als attraktive Alternative zum steigenden Flugverkehr

Die Gesundheit des Menschen – einschließlich der der nachfolgenden Generationen –, die Umwelt und insbesondere Ökosysteme müssen zentrale Elemente einer nachhaltigen Landwirtschaft sein. Die Landwirtschaft ist nicht nur Produzentin von gesunden und qualitativ sicheren Nahrungsmitteln, die auf nachhaltige Weise unter Berücksichtigung des Tierwohls hergestellt werden. Sie ist auch in gleichem Maße ein zentraler Bereitsteller von Gemeingütern wie Schutz von Biodiversität, Wasser, Boden und Luft sowie der Erhaltung einer attraktiven Kulturlandschaft:

  • Aktive Erhaltung und Schutz von Biodiversität und Ökosystemen durch eine nachhaltige und umweltschonende Landwirtschaft
  • Kennzeichnungspflicht auf allen Ebenen der Lebensmittelproduktionskette

Das Ziel ist, dass Österreich innereuropäisch und weltweit eine Vorreiterrolle und Vorbildfunktion bei Umweltschutz und einer Nachhaltigkeitsagenda einnimmt. Belastungen wie zum Beispiel Luftverschmutzung, die unsere Lebensqualität beeinträchtigen, müssen auf ein Minimum reduziert werden und nachhaltiges Denken muss stärker in Bildung und Forschung verankert werden. Darüber hinaus muss der ökologische Fußabdruck insbesondere in den Industriestaaten reduziert werden, damit auch zukünftige Generationen und alle Menschen weltweit mit den gegebenen Ressourcen ein lebenswertes Leben führen können.

Geschlechtergerechtigkeit

Wir leben in einem Land, das noch immer von altmodischen Rollenverständnissen und patriarchalen Strukturen geprägt ist, die zu einer strukturellen Ungleichbehandlung führen.
Diese Ungleichbehandlung wirkt sich äußerst negativ auf die Arbeitsmarktpartizipation von Frauen aus und führt dazu, dass die österreichische Volkswirtschaft das Potenzial von über der Hälfte der Bevölkerung (!) nicht ausnutzen kann. Dementsprechend bleiben Talente und Fähigkeiten von Frauen oft ungenützt.

Wir sind mit einer enormen Ungleichverteilung der Erwerbsunterbrechungen sowie der (kurz- und langfristigen) Teilzeitbeschäftigung konfrontiert, weil wir nicht die richtigen Anreize und Rahmenbedingungen setzen. Dieses Versäumnis hat zur Folge, dass Erwerbsunterbrechungen, lange Teilzeitphasen und damit verbundene langfristige Einkommensnachteile zu niedrigen Pensionen und einer damit in Verbindung stehenden Armutsgefährdung von Frauen führen. Um diese Ungerechtigkeit zu beseitigen braucht es entsprechende familien- und gleichbehandlungspolitischen Maßnahmen:

  • Ein neues Karenzmodell, in dem Frauen nicht als Hauptverantwortliche für die Kinderbetreuung gesehen werden, sondern auch Männer in Form einer Väterkarenz in die Verantwortung genommen werden
  • Ein sowohl qualitativer als auch quantitativer Ausbau von Kinderbetreuungseinrichtungen, ein Rechtsanspruch auf qualitätsvolle Kinderbetreuungsplätze ab dem ersten Geburtstag und ein Abbau von bürokratischen Hürden, und einfachere Rahmenbedingungen für Betriebskindergärten
  • Automatisches Pensionssplitting, sofern die Eltern sich nicht einvernehmlich dagegen entscheiden
  • Flexible Arbeitszeitmodelle für mehr Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Ziel dieser Maßnahmen ist, dass Frauen frei und uneingeschränkt am Arbeitsmarkt partizipieren können, dass Familie als Verantwortung der gesamten Gesellschaft gesehen wird und dieser Sichtweise konsequent Rechnung getragen wird.

Digitalisierung

Die Digitalisierung ist für uns eine große Chance, birgt aber, wie jede Technologie, auch viele Risiken. Sie ist ein mächtiges Werkzeug, das zum Guten wie zum Schlechten verwendet werden kann, und es ist unsere Aufgabe als Gesellschaft und als Politikerinnen, die positiven Aspekte zu befördern und die negativen zu verhindern. Mein zentrales Anliegen ist, dafür zu sorgen, dass Fortschritt und Digitalisierung immer unter Rückbezug auf ein menschenwürdiges Dasein stattfinden und nicht Tür und Tor für Missbrauch und Ungleichheit öffnen.

Um hier adäquate Antworten zu geben (bzw. überhaupt die richtigen Fragen zu stellen), muss die Politik ein tieferes Verständnis der technischen wie auch gesellschaftlichen Dimensionen der Digitalisierung entwickeln: Hier ist eine junge Generation gefragt, für die Begriffe wie Crypto-Mining, Deep Fakes oder Machine Bias nicht Fremdworte, sondern selbstverständlicher Teil eines informierten Diskurses über unsere Zukunft sind. Nur so können wir uns auf die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und arbeitsmarktpolitischen Herausforderungen der näheren Zukunft vorbereiten:

  • Die Politik muss Maßnahmen treffen, um den Arbeitsmarkt auf die bevorstehende Digitalisierung vorzubereiten
  • Die Politik muss erhebliche Investitionen setzen in die Erforschung von
    • (1) Grundlagen und Anwendungen der künstlichen Intelligenz, um brain drain vorzubeugen und Österreich an vorderste Position in dieser entscheidenden Zukunftstechnologie zu bringen (insbesondere auch in den Fragen der Fairness, Verantwortlichkeit und Transparenz solcher Systeme)
    • (2) umweltverträglichen Cryptomining-Technologien, um die nachhaltige Einsetzbarkeit von Blockchain-Anwendungen zu gewährleisten
  • Wir brauchen eine Bildungsoffensive im Bereich der digitalen Medienkompetenz für alle Bürgerinnen und Bürger, sowohl zum Zwecke der Informationsbeschaffung als auch zur Immunisierung gegen Desinformation


Lebenslauf

Mein Name ist Anna Bozecski.

Ich bin 1990 in Salzburg geboren, habe dort meine Kindheit und Jugend verbracht. Nach einem auf die Matura folgendem Auslandsjahr in den USA und der französischen Schweiz verlegte ich meinen Lebensmittelpunkt nach Wien, um dort Rechtswissenschaften und Politikwissenschaft zu studieren und daneben in verschiedenen Kanzleien zu arbeiten.

Ende 2014 machte ich dann meinen ersten Schritt in die Welt von NEOS:

Beginnend als parlamentarische Mitarbeiterin von Michael Bernhard, der mir damals meine erste Chance gab, mich mit der Bundespolitik und der parlamentarischen Arbeit bekannt zu machen. In dieser Zeit lernte ich den österreichischen Parlamentarismus und seine Abläufe gut kennen, durfte Ausschuss- und Nationalratssitzungen vorbereiten und miterleben, und so die Arbeit eines Nationalratsabgeordneten aktiv begleiten. Bereits zu dieser Zeit hatte ich das große Glück, im Bereich meiner Herzensthemen arbeiten zu können: Michael war zu diesem Zeitpunkt Mitglied im Umwelt-, im Energie- und im Gleichbehandlungsausschuss und somit auch NEOS-Sprecher für diese Themen. Ich habe von dieser Zeit wichtige Einblicke in die vielseitigen Herausforderungen der Umwelt- und Klimapolitik, sowie in die hochrelevanten gesellschaftspolitischen Themen der Gleichbehandlung und Chancengleichheit mitgenommen.

Ein Jahr darauf durfte ich 2015 Beate Meinl-Reisinger im Wiener Landtagswahlkampf begleiten. Das waren einige der aufregendsten Wochen meiner politischen Karriere. Ich habe dabei alle Facetten politischer Arbeit kennengelernt, und das an der Seite der vielleicht mutigsten und durchsetzungsfähigsten Frau unserer Partei. Ich habe miterlebt, was es bedeutet, Kandidatin in einem Wahlkampf zu sein: welchen Herausforderungen man sich stellen muss, was einem ein Wahlkampf seelisch und körperlich abverlangt, wie man sich für Podiumsdiskussionen und Interviews vorbereitet, wie man mit Networking punkten und in persönlichen Gesprächen überzeugen kann.

Mitte 2016 wechselte ich als Büroleiterin zu unserer damaligen Abgeordneten des Europäischen Parlaments Angelika Mlinar und konnte auch die europäische Politik kennenlernen. Angelika hat mich immer bestärkt, als junge Frau in der Politik Verantwortung zu übernehmen und hat mit ihrer Arbeit als Mitglied im ITRE-Ausschuss (Industrie, Forschung und Energie) auch mein großes Interesse an diesen Themen verstärkt. In dieser Zeit hab ich erkannt, wie wichtig es ist, dass Fortschritt und Digitalisierung immer unter Rückbezug auf ein menschenwürdiges Dasein stattfinden und nicht Tür und Tor für Missbrauch und Ungleichheit öffnen. Um hier adäquate Antworten zu geben (bzw. überhaupt die richtigen Fragen zu stellen), muss die Politik ein tieferes Verständnis der technischen wie auch gesellschaftlichen Dimensionen der Digitalisierung entwickeln: Hier ist eine junge Generation gefragt, für die Begriffe wie Crypto-Mining, Deep Fakes oder Machine Bias nicht Fremdworte, sondern selbstverständlicher Teil eines informierten Diskurses über unsere Zukunft sind.

Anfang 2018 ging ich dann als Wahlkampfleiterin für die Landtagswahl nach Salzburg. Meine erste große Verantwortung in Führungsrolle an der Seite von Sepp Schellhorn, der mir gezeigt hat, wie viel Aufrichtigkeit, Authentizität und Menschlichkeit in der Politik Platz haben. Die Erfahrungen, welche ich aus dieser Zeit mitnehme, reichen von der Leitung eines Wahlkampfteams über die strategische Planung bis hin zum zielgruppenspezifischen Stakeholder-Management. Nachdem wir dann am 22. April das bisher beste Länderergebnis für die NEOS erreicht haben, nahm ich als Teil des Verhandlungsteams an den Regierungsverhandlungen mit ÖVP und Grünen teil, und durfte so die erste Regierungsbeteiligung der NEOS vorbereiten.

Seit Herbst 2018 bin ich nun Landesgeschäftsführerin von NEOS Burgenland und bin dort mit dem Strukturaufbau und der Weiterentwicklung der Landespartei beschäftigt. Eine großartige Herausforderung in einem ebenso großartigen Bundesland. In Sachen Umwelt, Energie und nachhaltiger Landwirtschaft können wir in Österreich einiges vom Burgenland lernen. In Fragen wie dem flächendeckenden Breitbandausbau und dem Kinderbetreuungsangebot gibt es aber noch großen Aufholbedarf. Hierzu brauchen wir im Burgenland schnell entsprechende Lösungen und genau dafür werde ich mich im Nationalrat einsetzen.

Daneben – im privaten Leben – bin ich jemand, der mit größter Leidenschaft kocht (und isst), gern reist, viel liest, gern im Hochgebirge wandert und ganz viel lacht. Mitte 2015 habe ich meinen Foodblog whenannacooks.com ins Leben gerufen und damit Ende 2016 auch den AMA Foodblog-Award gewonnen.


Beantwortete Fragen

Findest du, dass die Fridays For Future-Bewegung wichtig ist? Und warst du schon einmal bei einer dieser Demonstrationen? — Flo Bo
Schlägt Dein Herz auch für den Tourismus? — Florian Werner
Liebe Anna, was ist dir bei der Europapolitik am wichtigsten? — Teresa
Die schwarz-blaue Regierung hat uns auch viele auch fragwürdige Personen im Nationalrat und den Kabinetten beschert. Diese haben extreme Positionen, stellen sich selber gerne aber als Mitte dar. Soll man sich mit diesen Personen und ihren Positionen beschäftigen und ihnen so auch Aufmerksamkeit entgegenbringen? Oder soll man das Gespräch pauschal ablehnen? (Frage geht an alle KandidatInnen). Liebe Grüße Brenda — Brenda