Georg Brenner

Ich habe noch keinen Menschen getroffen, von dem ich nicht etwas hätte lernen können.

Georg Brenner

Bundesland: Niederösterreich
Kandidiert für: Weiterer Listenplatz
Vorwahl: Weitere Listenplätze

  • aktualisiert:
    14.06.2019

Georg Brenner

Ich habe noch keinen Menschen getroffen, von dem ich nicht etwas hätte lernen können.

Es gibt so viel zu tun und so wenig Zeit!

Vor allem in den verschiedenen Bereichen des Umweltschutzes ist dringender Handlungsbedarf, allen voran der Klimaschutz! Wir haben bereits die nötigen Mittel, aber wir müssen sie noch stärker zur Anwendung bringen, das bedeutet aus meiner Sicht vor allem eine CO2-Steuer (am besten gefällt mir das schweizer Modell: Die Einnahmen werden der Bevölkerung postwendend rückerstattet - dadurch werden klimafreundliche Verhaltensweisen belohnt und die Akzeptanz in der Bevölkerung ist höher), und weitere Anreize zur Reduktion von Plastik und Ölverbrauch, aber wir werden auch einmal darüber reden müssen, was bei uns in der Tierproduktion so passiert (jeder, der einmal einen Schlachthof besucht hat, wird mir hier wohl zustimmen)

Im Sozialbereich hat die letzte Regierung mMn einige Rückschritte mit sich gebracht. Vor allem die Kürzung der Mindestsicherung für Familien mit 3 Kindern oder mehr liegt mir schwer im Magen. Klar war, dass man es hier vor allem auf Zuwanderer abgesehen hatte, und das ganze auch noch über die Kinder auszutragen ist für mich unbedingt abzulehnen. Eine liberale Gesellschaft bedeutet für mich vor allem eine Gesellschaft mit Chancengleichheit, insbesondere für Kinder! Und dabei muss es egal sein, was im Reisepass der Eltern steht, welche Hautfarbe die Kinder haben, ob sie bei einem schwulen/lesbischen Paar aufwachsen, zu welcher Religion sie sich bekennen, wie viele Geschwister sie haben usw. All das hat dem Staat egal zu sein! Ich stimme in dem Punkt zu, dass sich Erwerbsarbeit im Vergleich zur Mindestsicherung bei uns oft nicht ausreichend lohnt, aber das muss über andere Hebel verbessert werden - vor allem eine steuerliche Entlastung von Arbeitseinkommen. Den Ärmsten unserer Gesellschaft noch etwas wegzunehmen halte ich hier nicht für die Lösung.

Darüber hinaus hat vor allem Ibiza wieder einmal gezeigt, dass es bessere Regeln zur Bekämpfung von Korruption braucht - auf allen Ebenen! Wie dort beschrieben wird, dass man am Gesetz vorbei arbeitet, was im letzten Wahlkampf bei der Wahlkampfkostenüberschreitung geschah, und auch was wir aus vergangenen Fällen von Grasser bis Strasser wissen - wir brauchen Regeln, um derartige Machenschaften möglichst von vornherein zu verunmöglichen. NEOS hat hier ja schon mehrere konstruktive Vorschläge im Parlament eingebracht; ich hoffe, nach der nächsten Wahl sind wir stark genug um hier auch einiges durchzusetzen.

Ein weiters Thema, das mich im Hinblick auf unsere Zukunft und die Zukunft unserer Kinder sehr bewegt, ist der Arbeitsmarkt. Immer stärker verlagert sich dieser in Richtung Scheinselbständigkeit und anderer prekärer Arbeitsverhältnisse, während die Digitalisierung fortschreitet und mittelfristig wohl den Druck für Arbeitnehmer stark erhöhen wird. Von den Angestellten an der Kassa im Supermarkt über FahrzeuglenkerInnen und Zugführer, bis hin zu den BuchhalterInnen und anderen Bürojobs: es ist schwer vorherzusehen, was automatisierbar ist und was nicht. Es müssen absolut nicht nur die Jobs mit weniger Ausbildung sein! Ein Architekt ist vermutlich einfacher zu automatisieren als ein Maurer, und ein Arzt möglicherweise eher als eine Krankenschwester. Vor diesem Hintergrund sollte sich jeder überlegen, welche Gesellschaftsstruktur er wollen würde, falls es zu einem Jobverlust kommt. Vor allem die Stigmatisierung der Arbeitslosigkeit sehe ich hier als Problem: Sie bringt enorme psychische Belastungen für die Betroffenen, und gleichzeitig ist wohl absehbar, das in Zukunft kaum mehr jemand nach abgeschlossener Ausbildung einen Job antreten wird, den er bis zur Pension macht. Digitalisierung und Automatisierung sind auch kein einmaliges Ereignis - sie werden uns über Jahrzehnte begleiten, und laufend Veränderungen mit sich bringen, auf die wir uns möglichst vorbereiten sollten.

Besonders wichtig ist mir auch eine fortschreitende europäische Einigung. Viele Probleme - vom Umweltschutz über die Bekämpfung von Steuervermeidung und anderen Verbrechen bis hin zu internationalen Handelsbeziehungen - kann Österreich alleine unmöglich lösen. Nur über die europäische Perspektive haben wir hier eine Chance signifikante Fortschritte zu bringen, und das bedeutet für mich vor allem eine Konsolidierung im Finanzbereich, um ein abermaliges Aufflammen von Problemen wie in Griechenland zu verhindern. Ich hab selbst einen Teil der Krise in Griechenland vor Ort miterlebt (meine Frau ist Griechin) und kann jedem nur versichern: Für die Menschen, die nicht wissen, ob sie nächste Woche im Supermarkt noch die benötigte Babynahrung bekommen, ist so eine Krise fürchterlich! So etwas sollte im Europa des 21. Jahrhunderts keinen Platz mehr haben.

Wenn sie es bis zum Ende dieser "wall of text" geschafft haben ... Danke vielmals!



Lebenslauf

Geboren 1982 in eine größtenteils bäuerliche Familie
1996 bis 2001 HAK Tulln: Matura
ab 2002 FH Tulln: Dipl. Ing. (FH) Biotechnische Verfahren
ab 2006 BOKU: Ressourcenmanagement, Wasserwirtschaftspolitik, Energiewirtschaft, ...
2008 University of Arizona: Europäische Finanzwirtschaft, Politk im nahen und mittleren Osten, ...
ab 2010 TÜV Austria: Unternehmensberatung
seit 2014 Wiener Linien: Datenbanken, Projektmanagement, Statistik

Zahlenmensch, Europäer, chronischer "Overthinker", Gutmensch! (Mitgefühl ist keine Schwäche oder Naivität), Pragmatiker.


Beantwortete Fragen

Die schwarz-blaue Regierung hat uns auch viele auch fragwürdige Personen im Nationalrat und den Kabinetten beschert. Diese haben extreme Positionen, stellen sich selber gerne aber als Mitte dar. Soll man sich mit diesen Personen und ihren Positionen beschäftigen und ihnen so auch Aufmerksamkeit entgegenbringen? Oder soll man das Gespräch pauschal ablehnen? (Frage geht an alle KandidatInnen). Liebe Grüße Brenda — Brenda